Zukunftsorientiertes Netzmanagement: Barthauer und Stein & Partner veröffentlichen Integrationsprodukt BaSYS-STATUS
16.07.2015
Die Barthauer Software GmbH und die Prof. Dr.-Ing. Stein & Partner GmbH präsentieren eine gemeinsame Lösung für das datenbankgestützte, strategische Asset Management von Kanalnetzen. Das Produkt BaSYS-STATUS vereint die Vorteile des modernen und umfassenden Instandhaltungsmanagementsystems STATUS mit der bewährten Benutzeroberfläche des Netzinformationssystems BaSYS. BaSYS-STATUS ermöglicht damit die erfolgreiche Umsetzung eines zukunftsorientierten Netzmanagements.
Versorgungs- und Entsorgungssysteme in Städten und Gemeinden sind die Lebensadern unserer Städte. Kommunen und Netzbetreiber haben zum einen die komplexe Aufgabe, diese Netze zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit und zur Wahrung einer intakten Umwelt, instand zu halten. Zum anderen verantworten sie den langfristigen Werterhalt des beträchtlichen, kommunalen Anlagevermögens, das diese Netze darstellen. Diese komplexen Aufgaben werden im Rahmen eines zukunftsorientierten Betriebs- und Instandhaltungsmanagements oder auch strategischen Asset Managements von Infrastrukturnetzen gelöst.
Dazu präsentieren die Unternehmen BARTHAUER und STEIN & PARTNER eine gemeinsame Softwarelösung. Diese ermöglicht Kommunen und Netzbetreibern, durch bessere Entscheidungsgrundlagen erhebliche und dauerhafte Einsparpotenziale zu erkennen und die zur Verfügung stehenden Mittel zur Realisierung optimal einzusetzen.
Das gemeinsame Produkt BaSYS-STATUS wird die innovativen Bewertungsverfahren der STATUS-Technologie für das strategische Instandhaltungsmanagement innerhalb des BARTHAUER-Netzinformationssystems nutzbar machen. BaSYS-STATUS wird zunächst für den Bereich Entwässerungsnetze verfügbar sein. Entwicklungen für weitere Fachbereiche sind geplant.
STATUS ist ein stochastisches Alterungsmodell zur Strategieanalyse, -entwicklung und -optimierung von Entwässerungsnetzen, welches seit mehr als 10 Jahren erfolgreich national und international Anwendung findet. Es handelt sich um ein modernes und umfassendes Instandhaltungsmanagementsystem, basierend auf neuesten Bewertungsmethoden und unabhängig von dem vorhandenen Datenbanksystem und dem verwendeten Kürzelsystem der Inspektionsdaten. Es bietet die höchsten professionellen Standards für Betrieb, Unterhalt und Sanierung von Entwässerungssystemen unter Berücksichtigung der individuellen wirtschaftlichen und technisch umsetzbaren Möglichkeiten.
STATUS entwickelt eine prognosegestützte Instandhaltungsstrategie auf der Basis eines fundierten Alterungsmodells, welches zukünftige Risiken und Entwicklungen transparent macht. Die Kenntnis des richtigen Investitionszeitpunktes ermöglicht, die vorhandene bauliche Substanz optimal zu nutzen und Investitionen über längere Zeiträume effektiver zu verteilen. Durch die Vorgabe von Budgetgrößen, ökologischen und hydraulischen Anforderungen sowie weiteren, netzspezifischen Randbedingungen, können verschiedene Sanierungsstrategien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Substanzentwicklung,die Sanierungskosten oder die Gebührenhöhe analysiert werden. Damit stehen dem Netzbetreiber frühzeitig Informationen zur Verfügung, um Risiken seiner aktuellen Handlungsweise zu erkennen, zu quantifizieren und gegebenenfalls seine Instandhaltungsstrategie zu optimieren.
Mit dem gemeinschaftlich entwickelten Integrationsprodukt BaSYS-STATUS ist der STATUS-Rechenkern zukünftig über die praxisorientierte BaSYS-Benutzeroberfläche zugänglich. Netzbetreiber können die erforderlichen Kanaldaten für STATUS-Prognosen direkt aus der BaSYS-Datenbank nutzen und wieder dort speichern. Weitere Datenquellen oder Datentransfers sind nicht erforderlich. Im Gegenzug profitiert die STATUS-Anwendung vom BARTHAUER Multiplattform-Konzept, mit dem sich die Funktionalitäten des Netzinformationssystems BaSYS in alle führenden GIS-, CAD- und Datenbankmanagementsysteme führender Hersteller integrieren lassen.
Das nahtlose Zusammenspiel ermöglicht auch die weitere Nutzung der STATUS-Bewertungsergebnisse, so beispielsweise die grafische Visualisierung mit einem CAD- oder GIS- Interface, je nach Aufgabe oder Präferenz. Alle praxisbezogenen Funktionalitäten der BaSYS-Benutzeroberfläche sind direkt und ohne den Umweg über eine Schnittstelle nutzbar.
Besondere Unterstützung bei der statistischen Auswertung und Visualisierung der ermittelten Kenndaten erhalten Anwender durch das BaSYS-Dashboard. Mit diesem Werkzeug ist es nach einem Baukastenprinzip möglich, die jeweils zur Art der Kenndaten passenden Diagramm-Typen (Linie, Torte, Block usw.) auszuwählen und darzustellen. So kann beispielsweise der Projektleiter auf einen Blick eine Einschätzung der Analysen tätigen und diese interaktiv präsentieren.
Für nachfolgende Aufgaben, wie die Sanierungsplanung, die Betriebsführung und das Wartungsmanagement, stehen die STATUS-Analysen sofort zur Verfügung und unterstützen die bestmögliche Strategiefindung im Rahmen der Ingenieur- und Planungsleistungen.
BaSYS-STATUS eignet sich für jede Netzgröße. Je größer ein Netz ist, desto genauer können die STATUS-Prognosen berechnet werden und desto höher sind auch Einsparpotentiale und Nutzen. Gerade bei Zunahme der Netzgröße durch Urbanisierung ist das strategische Asset-Management für eine nachhaltige, effiziente und zukunftsorientierte Bewirtschaftung von Infrastrukturnetzen eine zentrale Aufgabe, für die mit BaSYS-STATUS nun eine einzigartige Lösung existiert.
Weiterführende Informationen zur Funktionsweise des STATUS Instandhaltungskonzepts
Um den Wert der Netze langfristig zu erhalten, ist im ersten Schritt eine verlässliche und genaue Bewertung des baulichen Zustandes unerlässlich. Auf diesen Ergebnissen basieren alle nachfolgenden Instandhaltungs- und Investitionskonzepte, die nach wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten entwickelt werden. Das Problem: Eine präzise und realitätsnahe Betrachtung ist mit herkömmlichen Bewertungsmethoden schwierig. Äußere Faktoren, so beispielsweise Nutzungsart, Art des umliegenden Bodens, Grundwasserstand und Materialart, die einen erheblichen Einfluss auf den Zustand der Haltung haben, werden bei der Betrachtung außer Acht gelassen.
Die herkömmliche Zustandsbewertung anhand von Zustandsklassen bezieht diese realen Gegebenheiten nicht mit ein und erfolgt ausschließlich anhand des schwersten Einzelschadens einer Haltung. STEIN & PARTNER entwickelte daher ein Konzept für die gesamtheitliche Betrachtung der Netze, das die vorgenannten relevanten Faktoren einbezieht. So ist ein differenzierteres Bild als Basis für eine langfristige Betrachtung möglich.Durch Anwendung von Fuzzylogik bei der Berechnung ist außerdem eine feinere, fast stufenlose und daher realitätsnähere Betrachtung des Zustandes ohne die Einteilung in starre Schadensklassen möglich.
Die traditionellen Schadensbewertungen treffen Aussagen über die gegenwärtige Funktionserfüllung und errechnen daraus eine Sanierungspriorität. Dagegen ermöglicht die Substanzbewertung Prognosen, die das zu erwartende Alterungsverhalten des örtlichen Netzes mathematisch abbilden und daraus ein sogenanntes „Restnutzungspotenzial“ errechnen. Zum Einsatz kommen Techniken wie die Segmentierung in Haltungscluster zur Ermittlung des Alterungsprozesses sowie der „Markov-Ketten – Modellansatz“ zur verlässlichen Bestimmung von Alterungswahrscheinlichkeiten und Substanzentwicklung.
Der Vorteil: Auf Basis dieser fundierten Netzbewertungen, können nun die Auswirkungen unterschiedlicher Sanierungskonzepte prognostiziert werden. Die Netzanalysen erfolgen in einem mehrstufigen, aufeinander aufbauendem Prozess: Datenmanagement, Qualitätsmanagement, bauliche Bewertung, Vermögensbewertung, Analyse der örtlichen Alterungsprozesse, Prognose der Netzzustandsentwicklung und Instandhaltungsplanung. Netzplaner können auf bessere Entscheidungsgrundlagen zugreifen und darauf aufbauend individuelle Maßnahmen hinsichtlich Auswahl von Ersatz-, Wartungs- und Instandsetzungsstrategien einleiten. Durch den optimalen Einsatz von zur Verfügung stehenden Steuergeldern ergeben sich für Kommunen und Netzbetreiber erhebliche und dauerhafte Einsparpotenziale. Auch das Verfahren an sich ist günstiger und zeitsparender als die Einzelbewertung der Leitungsabschnitte und Haltungen.
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