Nachbarschaftshilfe großgeschrieben. Bayerische Kanalnetzbetreiber tauschen Erfahrungen aus

17.08.2006

Kanalnetze und Kläranlagen stellen einen wesentlichen Anteil des Anlagevermögens einer Kommune dar. Sie können nur dann ihren wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz leisten sowie wirtschaftlich arbeiten, wenn qualifiziertes und motiviertes Personal für einen reibungslosen Betrieb sorgt. Deshalb ist eine ständige Weiterbildung des Betriebspersonals wichtig. Zu diesem Zweck haben die Landesverbände der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) in den letzten Jahrzehnten so genannte Kanalnachbarschaften ins Leben gerufen.

Bei Kanalnachbarschaften handelt es sich um freiwillige Zusammenschlüsse von Kanalnetzbetreibern einer Region. Sie tragen dazu bei, die großen Investitionen für den Bau der Kanäle und Sonderbauwerke zu erhalten sowie Betrieb und Instandhaltung zu optimieren. Hierfür wird das Personal durch die besondere Form der Weiterbildung und des Erfahrungsaustausches in den Nachbarschaften im Rahmen der DWA Bildungsarbeit geschult. Ein Vorhaben, das die RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau unterstützt: An drei Nachbarschaftstagen, die im Juli in Kläranlagen im Raum Ansbach stattfanden, berichtete ein vom Güteausschuss der RAL-Gütegemeinschaft beauftragter Prüfingenieur aus der täglichen Praxis und schilderte seine Erfahrungen zur Ausschreibung, Vergabe und Bauausführung, zur Qualifikation der Firmen und zur Gütesicherung im Alltag.

Fachwissen weitergeben
Der DWA-Landesverband Bayern hat Nachbarschaften eingerichtet, die sich bezüglich ihrer Größe möglichst an den Landkreisgrenzen orientieren. In der Regel werden eine bis drei Nachbarschaften von einem so genannten Lehrer betreut. Hierbei handelt es sich um betriebserfahrene Abwasserfachleute – zumeist Betriebsleiter einer Abwasseranlage – oder Fachleute aus der Wasserwirtschaftsverwaltung.

Das für Kläranlagen und Kanalnetze zuständige Betriebspersonal der jeweiligen Nachbarschaften trifft sich an drei Nachbarschaftstagen im Jahr, um Erfahrungen auszutauschen, Betriebsprobleme zu diskutieren und vom Lehrer über aktuelle technische oder rechtliche Entwicklungen informiert zu werden. Das Programm wird nach Vorschlägen der Teilnehmer gestaltet und ist auf die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Nachbarschaft abgestimmt. "Eine Vorgehensweise, von der alle Beteiligten profitieren", meint Josef Uhl, einer der für die DWA ehrenamtlich tätigen Nachbarschaftslehrer. "Da das Betriebspersonal häufig nicht über einen längeren Zeitraum für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen freigestellt werden kann, bieten Nachbarschaften als ständige Fortbildung eine gute Alternative zu üblichen Bildungsveranstaltungen, denn sie sind kostengünstig, problemorientiert und effizient", so Uhl weiter, der hauptberuflich den Betrieb der Kläranlage Brombachsee leitet.

Ziel der Kanalnachbarschaften ist es, das Wissen der Fachleute zur technischen und gesetzlichen Entwicklung auf dem aktuellen Stand zu halten und durch Kontakte zu benachbarten Anlagen die Leistungsfähigkeit der Betriebe und deren Wirtschaftlichkeit zu optimieren und eine gegenseitige Hilfe im Arbeitsalltag außerhalb der Nachbarschaftstage zu ermöglichen. Die Teilnehmer sollen auf konkrete Fragen praxisnahe Antworten finden und aus den Erfahrungen der Berufskollegen lernen. Unter anderem, die vorgeschriebene Eigenüberwachung selbstständig durchzuführen, durch Leistungsvergleiche die eigenen Arbeitsergebnisse zu beurteilen und zu verbessern oder – im Hinblick auf das Abwasserabgabengesetz – Städten und Gemeinden zu einer niedrigen Abwasserabgabe zu verhelfen. Deshalb ist – auch auf Seiten von Auftraggebern und Kanalnetzbetreibern – Fachwissen erforderlich. Zum Beispiel beim Thema Sanierung. Gerade in Zeiten chronisch leerer Kassen soll das Geld für Sanierungsmaßnahmen verantwortungsvoll ausgegeben werden. Damit werden Betriebs- und Unterhaltskosten auf Dauer gesenkt.

Dass die Verantwortlichen handeln, machte Dipl.-Ing. Dieter Walter, ein vom Güteausschuss der RAL-Gütegemeinschaft beauftragter Prüfingenieur in seinen Vorträgen deutlich. Zusätzlich zu den Investitionskosten werden die Aufwendungen für den laufenden Betrieb und die Instandhaltung in die Kostenkalkulation eingerechnet. Demzufolge ergibt sich die Wirtschaftlichkeit aus der Bewertung von Preis und Langlebigkeit. Letztere ist entscheidend abhängig von der Qualität der Bauausführung. "Der Schlüssel dazu sind qualifizierte Fachleute – sowohl auf Seite der Planer als auch auf Seite der ausführenden Unternehmen", so Walter.

Unternehmen, die ein RAL-Gütezeichen führen, erfüllen entsprechend der Gütesicherung RAL-GZ 961 die Anforderungen der Auftraggeber. Die überbetriebliche Fortbildung stellt dabei eines der Grundelemente der Güte- und Prüfbestimmungen dar. Gütezeichen-Inhaber sichern die Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Gemäß den Bestimmungen sorgen die Unternehmen für eine permanente Weiterbildung ihres Personals, welches damit auf dem aktuellen Kenntnisstand der allgemein anerkannten Regeln der Technik ist.

Kontakt:
RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau
Postfach 1369
53583 Bad Honnef
Tel: 02224/9384-0
Fax: 02224/9384-84
E-Mail: info@kanalbau.com  
Internet: http://www.kanalbau.com


Pressekontakt:
Thomas Martin Kommunikation
Thomas Martin
Lise-Meitner-Straße 5-9
42119 Wuppertal
Tel.: (0) 0202 69 574 995
Fax: (0) 0202 69 574 998
Email: tmartin@tmkom.de
Internet: http://www.tmkom.de 

 


 

Kontakt

RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau

53583 Bad Honnef

Telefon:

02224/9384-0

Fax:

02224/9384-84

E-Mail:

info@kanalbau.com

Internet:

Zur Webseite