Lübbenau: Abwasser-Staukapazität wurde "umgebettet"

27.05.2009

Künftig GFK-Wickelrohr statt Beton: Von recht kurzer Dauer war die Existenz eines 500 Kubikmeter fassenden Stahlbeton-Staukanals auf dem Areal des Logistikzentrums von Lübbenau/Brandenburg. Er musste wegen einer Hochbaumaßnahme verlegt werden und wurde aufgrund eines Ausschreibungs-Sondervorschlags im Oktober 2008 durch einen 1200 Kubikmeter fassenden Staukanal aus GFK-Wickelrohr des Systems FLOWTITE der Amitech Germany GmbH, Mochau, ersetzt.

1990 wurde auf dem Gelände eines still gelegten Kraftwerks in Lübbenau /Spreewald ein großes Logistikzentrum errichtet - natürlich einschließlich eines modernen Entwässerungssystems. Als 2008 ein neues Frischezentrum für Lagerung und Umschlag von Tiefkühlware gebaut werden sollte, war diesem Projekt ein erst 2001 gebauter, 500 Kubikmeter fassender Niederschlagswasser-Staukanal aus Stahlbetonrohren DN 2000 im Wege. Angesichts des Umstandes, dass zwischenzeitlich noch ein LkW-Parkplatz über den Kanal entwässert wurde, war er inzwischen ohnehin zu knapp bemessen. Und so setzten die für das Entwässerungssystem verantwortlichen Planer des Ingenieurbüros Meinberg & Meinberg, Leipzig, bei der "Umbettung" des Stauvolumens hydraulisch gleich höher an: 1.200 Kubikmeter sollte der neue Staukanal nun fassen, der wie zuvor in Stahlbetonbauweise ausgeschrieben wurde. Dabei sollten in drei parallelen Strängen von je 85 Metern Länge Stahlbetonrohre DN 2500 mit einer Trockenwetterrinne DN 300 verlegt werden.
Für den Zugang zum Bauwerk waren nach der ursprünglichen Planung in Ortbeton-Bauweise ausgeführte Rechteckschächte vorgesehen. Zwar liegt der Staukanal momentan unter einer Grünfläche, allerdings will der Betreiber des Logistikzentrums sich die Option offen halten, diese Fläche in eine Verkehrsfläche umzuwandeln. Daher legten die Planer die Statik der Rohre auf einen Lastfall SLW 60 aus.
Auf die öffentliche Ausschreibung reagierte die STRABAG AG, Niederlassung Lübben, mit einem technischen Sondervorschlag auf der Basis von GFK-Wickelrohr des Systems FLOWTITE von Amitech Germany, Mochau. Dieses Angebot überzeugte Auftraggeber und Planer sowohl technisch als auch wirtschaftlich, so dass es letztlich im Herbst 2008 realisiert wurde. Statt, wie bisher, aus 2,50 Meter langen Stahlbetonrohren wurden die drei jeweils rund 85 Meter langen Stränge des Staukanals aus 12 Meter langen, über REKA-Kupplungen verbundenen GFK-Wickelrohren SN 5000 der Nennweite DN 2500 gebaut. Zwar wurden auch diese, jeweils 8 Tonnen wiegenden Rohre per Autokran bewegt, die Beton-Alternative hätte jedoch bedeutet, insgesamt fast fünfmal so viele Einzelrohre von jeweils vergleichbarem Gewicht verlegen zu müssen. Außerdem hätte es eines eigens gegossenen Betonauflagers für den Staukanal bedurft, um in dem sandigen Untergrund eine dauerhaft stabile Bettung der schweren Betonrohre zu gewährleisten. Aufgrund des guten Ausspülverhaltens der glattwandigen GFK-Rohre auch bei geringem Gefälle konnten in diesen jedoch auf Trockenwetter-Abflussrinnen verzichtet werden.
Die SLW-60-Statikvorgabe war für die verwendeten FLOWTITE Rohre übrigens ebenso wenig ein Problem wie die Auftriebsicherung, die im durch zwei Meter Erdüberdeckung über Rohrscheitel zuverlässig gewährleistet ist. Der maximale Zulauf in den neuen Staukanal ist auf 1.800 Liter pro Sekunde bemessen. Auf der Ablaufseite ist das System auf 350 Liter pro Sekunde gedrosselt, die über eine Pumpe rund 4 Meter aufwärts in einen bereits vorhandenen Betonkanal DN 600 gefördert werden.
Die GFK-Variante wies neben dem wichtigen Pluspunkt der Korrosionsfestigkeit erhebliche Bau(zeit)vorteile auf. Diese kamen der Abwicklung und Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes spürbar zugute. Außer den Rohren selbst lieferte Amitech Germany aus seinem Mochauer Stammwerk, in dem GFK-Wickelrohre bis DN 3000 hergestellt werden, auch alle für das Projekt notwendigen Sonderbauteile. Neben einem Zulaufbauwerk mit integriertem Sandfang und dem Ablaufschacht, aus dem das Wasser zum Pumpwerk geleitet wird, waren das Abschlussdeckel sowie je sechs Anfangs- und Endstücke mit integriertem Tangentialeinstieg. Hierdurch konnten auf die aufwändigen Schachtbauwerke in Betonbauweise vermieden. Maßgefertigte GFK-Spools dieser Art sind eine besondere FLOWTITE Stärke und haben in besonderem Maße zum beachtlichen Markterfolg des Wickelrohrsystems in den vergangenen Jahren beigetragen.

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